Frauenhäuser

Frauenhäuser

In Bayern existieren 38 staatlich geförderte Frauenhäuser mit 339 Plätzen für misshandelte Frauen und über 400 Plätzen für Kinder. Frauenhäuser sind zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar. Sie bieten vorübergehenden Schutz und eine sichere Unterbringung der misshandelten Frau und ihrer Kinder vor der Gewalt und der weiteren Verfolgung durch Ehemann oder Lebenspartner. Aber auch eine ambulante telefonische oder persönliche Beratung (auf Wunsch auch anonym) gehört zu den Angeboten eines Frauenhauses.

Neben der Betreuung erhalten Frauen und deren Kinder im Frauenhaus auch Hilfe bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche, beim Umgang mit Ämtern und Behörden sowie bei medizinischen, rechtlichen, sozialen und psychischen Problemen. Auch nachdem die Frauen das Frauenhaus verlassen haben, findet bei Bedarf eine Anschluss-Betreuung statt.

Ein wesentliches Anliegen der Frauenhausarbeit ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Die betroffenen Frauen sollen wieder so viel Selbstvertrauen und Selbstständigkeit gewinnen, dass sie eigenverantwortlich über ihre Zukunft und die ihrer Kinder entscheiden können.

Finanzierung und Förderung

Die Träger der bayerischen Frauenhäuser gehören ausschließlich der Freien Wohlfahrtspflege an und sind folgenden Dachverbänden zuzuordnen: Der Paritätische Wohlfahrtsverband, Sozialdienst katholischer Frauen, Arbeiterwohlfahrt, Caritasverband und Diakonisches Werk.
Die Finanzierung der Frauenhäuser ist vorrangig eine Aufgabe der Kommunen im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge. Die meisten Landkreise und kreisfreien Städte haben sich im Rahmen des „Gesamtkonzepts für Frauenhäuser in Bayern“ einem Frauenhaus zugeordnet und bezuschussen die sog. Grundkosten (Personal-, Sach- und Verwaltungskosten, Mietkosten der Gemeinschafts- und Verwaltungsräume) eines Frauenhauses. Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen leistet einen ergänzenden Beitrag zu den Personalkosten abhängig von der Größe des Frauenhauses, denn der Staat will und muss ein bayernweites, qualitativ hochwertiges Hilfs- und Beratungsangebot sicherstellen. Die Miete für den Wohnraum der einzelnen Frau wird von ihr selbst aufgebracht oder über staatliche Sozialleistungen abgedeckt. Zudem wird von den Frauenhäusern selbst ein Eigenanteil erbracht.