Gewalt gegen Männer

Es ist wichtig zu wissen, dass bei häuslicher Gewalt zwischen Paaren nicht ausschließlich nur Frauen zum Opfer werden. Auch Männer können von häuslicher Gewalt betroffen sein und sehr darunter leiden. Vergleichende Studien weisen bei physischen Übergriffen in einer Partnerschaft zunächst sogar auf eine scheinbare Gleichbetroffenheit von Männern und Frauen hin.

Die Gleichbetroffenheit relativiert sich allerdings, sobald die Formen, der Schweregrad und die Häufigkeit der aggressiven Übergriffe einbezogen werden:
Bei allen bisherigen Untersuchungen wird deutlich, dass es sich bei Gewalthandlungen, die durch Beziehungspartnerinnen gegenüber Männern verübt werden, in aller Regel um weniger schwerwiegende Übergriffe (z.B. Stoßen oder Kratzen) handelt. Dementsprechend tragen Männer ein deutlich geringeres Verletzungsrisiko als Frauen. Was natürlich nicht ausschließt, dass es in Einzelfällen auch bei Männern zu schwerwiegenden Verletzungen kommen kann. Häusliche Gewalt gegen Männer muss also grundsätzlich ernst genommen werden.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal liegt in der Gewaltsituation selbst: Während Frauen häufiger in wiederkehrenden Gewaltverhältnissen leben, erfahren Männer innerhalb einer Beziehung die Gewalt eher als ein spontanes Konfliktverhalten, das keinen Wiederholungscharakter hat.