Gewalt hinterlässt Wunden – sichtbare und unsichtbare

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt häusliche Gewalt als eines der weltweit größten Gesundheitsrisiken für Frauen.

Durch physische Gewalt entstehen Verletzungen unterschiedlichster Schweregrade (Verstauchungen, offene Wunden, Knochenbrüche, Gehirnerschütterungen etc.) bis hin zu lebensgefährlichen und im Extremfall sogar tödlichen Verletzungen wie zum Beispiel innere Verletzungen.

Die Folgen der psychischen Gewalt sind unsichtbar, jedoch
nicht minder schwer wie zum Beispiel Herz-/Kreislaufbeschwerden, Magen-/Darmprobleme, Schwindel, Blutdruckschwankungen, Unterleibsschmerzen, Nervosität, Depressionen, Angst- und Essstörungen oder auch Suchterkrankungen.

Kein fassbares Krankheitsbild, aber in nahezu allen Fällen vorhanden, ist ein bei den betroffenen Frauen vermindertes Selbstwertgefühl. Sie machen sich klein und trauen sich immer weniger zu. Viele Frauen suchen sogar zunächst die Schuld bei sich selbst, in dem irrigen Glauben, sie könnten durch „richtiges“ Verhalten ihren gewaltbereiten Partner besänftigen.

Wirtschaftliche Folgen

Verletzungen, Krankheit und psychische Belastung der Frauen erschweren eine geregelte Arbeit oder führen zu hohen Fehlzeiten bis hin zur Kündigung. Ohne eigenes Geld aber wächst die Abhängigkeit zum gewaltbereiten Partner noch stärker. Auch die langfristigen Folgen sind gravierend: Kein eigener Verdienst schmälert die zukünftigen Rentenbezüge im Alter.

Kinder leiden mit

93 % der Opfer von häuslicher Gewalt berichten, dass die in ihrem Haushalt lebenden Kinder indirekt ebenfalls von der Gewalt betroffen sind. Kinder leiden extrem darunter, wenn sie Zeugen von Gewalt gegen die eigene Mutter werden. Hilflosigkeit, Angst, Entsetzen und sogar Schuldgefühle plagen diese Kinder. Die Auswirkungen reichen von Lern- und Leistungsstörungen über problematisches Sozialverhalten bis zu körperlichen Symptomen wie zum Beispiel starker Infektanfälligkeit, Bettnässen und Schlafproblemen.