Die häufigsten Risikofaktoren

Der stärkste Risikofaktor Opfer häuslicher Gewalt zu werden liegt für Frauen dann vor, wenn sie in der eigenen Kindheit Formen von körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt ausgesetzt waren oder diese in der Familie miterleben mussten.

Bei Paaren mit Migrationshintergrund kann der ungesicherte Aufenthaltsstatus oder die starke Einbindung in traditionell patriarchalische Familienverbände zur Gewalt führen. Mangelnde Bildung, fehlende deutsche Sprachkenntnisse der Frauen und die in vielen Kulturen bestehende Akzeptanz von Gewalt gegen Frauen kommen erschwerend dazu.

Einen weiteren Risikofaktor stellt Alkohol dar. Vor allem bei schwerer körperlicher Gewalt spielen in extrem vielen Fällen ein stark erhöhter Alkoholkonsum und der damit verbundene Kontrollverlust eine entscheidende Rolle.

Auch Frauen und Mädchen mit Behinderungen sind einer erhöhten Gefahr ausgesetzt, Opfer von Gewalt, Körperverletzung oder Missbrauch zu werden. Erschwerend wirkt sich hier aus, dass das Thema in der Öffentlichkeit noch stärker tabuisiert ist.

Oft sind es bestimmte Lebensumstände, die dazu beitragen, die Gewaltbereitschaft zu erhöhen:
Das Aggressionspotenzial steigt zum Beispiel dann an, wenn in der Partnerschaft eine gravierende Änderung (Trennungswünsche, Schwangerschaft und Geburt) oder eine dauerhafte Belastung eintritt (Arbeitslosigkeit, finanzielle Probleme, schwere Krankheit).